EU-Reifenlabel

Das EU-Reifenlabel

Das EU-Reifenlabel soll die Aufmerksamkeit und das Bewusstsein der Verbraucher für die Leistungsfähigkeit der Produkte stärken. Es soll ihnen vor dem Kauf hilfreiche Informationen für die Auswahl geeigneter Reifen vermitteln. Mit diesen ehrgeizigen Zielen führte die Europäische Union im November 2012 in sämtlichen Mitgliedsländern das EU-Reifenlabel als obligatorische Kennzeichnung für Autoreifen ein. Die Konsumenten soll es dazu befähigen, jene Reifen zu wählen, die weniger Treibstoff verbrauchen, kürzere Bremswege auf Nässe haben und leiser auf der Fahrbahn ab-rollen. Vor wenigen Wochen haben die Gremien der EU beschlossen, die Hinweise auf dem Label zu ergänzen.

Nasshaftung

Die Haftung der Reifen, die bei Vollbremsungen auf nassen Fahrbahnen direkten Einfluss auf die Sicherheit hat, wird in die Klassen A bis C und E bis F eingeteilt. Die Klassen D und G werden nicht genutzt. Zwischen Reifen der Klassen A und F können sich Bremswegunterschiede von 30% ergeben. 

Bei einer Vollbremsung auf nasser Fahrbahn, ausgehend von 100 km/h, verlängert sich der Bremsweg um bis zu 28 m. Das Fahrzeug mit Reifen der Klasse F fährt also noch über 65 km/h, wenn das gleiche Fahrzeug mit Reifen der Klasse A bereits steht. Auch in diesem Fall haben fahrzeugspezifische Faktoren direkten Einfluss auf den realen Leistungsunterschied, der sich aus der Verwendung entsprechender Reifen ergibt.

Rollwiderstand

Der Rollwiderstand bzw. die Kraftstoffeffizienz der Reifen wird in die Klassen A bis C und E bis G eingeteilt. Die Klasse D wird nicht verwendet. Die Kraftstoffersparnis, die sich bei Verwendung von Reifen der Klasse A an Stelle von Reifen der Klasse G ergeben kann, wird mit ca. 7,5% geschätzt. Dies entspricht meist einer Kraftstoffersparnis von ca. 0,5 l/100 km. Dabei ist zu beachten, dass die meisten heute angebotenen Reifen bezüglich des Rollwiderstandes in die Klassen B und C fallen und somit das Potenzial zur Kraftstoffersparnis deutlich geringer ist. Genauere Abschätzungen können nicht pauschal vorgenommen werden und müssen fahrzeugspezifische Faktoren berücksichtigen.

Rollgeräusch

Die Stärke des Außengeräusches des Reifens wird durch die Anzahl der schwarzen Viertelringe neben dem stilisierten Lautsprecher im dritten, unteren Symbol dargestellt – je weniger Ringe, desto leiser ist der Reifen. 

  • 3 Ringe: Der Reifen hält den bis 2016 gültigen EU-Grenzwert ein

  • 2 Ringe: Der seit 2016 gültige Geräuschgrenzwert wird eingehalten oder um bis zu 3 dB(A) unterschritten

  • 1 Ring: Der seit 2016 gültige Grenzwert wird um mehr als 3 dB(A) unterschritten

Neben dem Lautsprechersymbol mit den Viertelringen wird das tatsächlich ermittelte Außenfahrgeräusch des Reifens in dB(A) angegeben; die Klammer mit dem Buchstaben A wird dabei nicht aufgeführt. 

Die Geräuschgrenzwerte sind nicht für alle Reifen gleich und hängen von der jeweiligen Zulassung bzw. der Reifenbreite und der Reifenart ab. Aus diesem Grund können bei unterschiedlichen Reifen verschiedene Kombinationen von ausgefüllten Viertelringen und Geräuschwerten zustande kommen. Details hierzu sind in der UN/ECE-Regelung 117 festgelegt. 

Bei der vergleichenden Auswahl von Reifen mit sonst identischen Klassifizierungen in den Kriterien Rollwiderstand und Nasshaftung sollte immer der leisere Reifen ausgewählt werden. Ein niedriges Außengeräusch kann jedoch nicht immer mit niedrigem Innengeräusch gleichgesetzt werden.